Katarina Prosenjak-Jenkins

Alle Jahre wieder…[1]

… kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

Ja, auch in diesem Jahr wird es wieder kommen – das Christuskind. Und nun schon das zweite Mal unter erschwerten Bedingungen. Aber keine Angst – liebe Kinder und liebe Erwachsene – davon lässt sich das Christuskind nicht abschrecken. Es hat schon so einiges erlebt in seiner 2000-jährigen Geschichte. Da wird es sich von so einem Virus auch nicht in die Flucht schlagen lassen.

Aber Wie soll ich dich empfangen, liebes Christkind, wird sich der Eine oder die Andere fragen. Wie soll ich dich empfangen ohne eine bis zum Anschlag gefüllte Kirche, in der ich bei diesem einen Gottesdienst im Jahr keinen Sitzplatz mehr finde?

Wie soll ich dich empfangen, liebes Christkind, wenn ich nicht aus vollem Hals O du Fröhliche schmettern kann, sondern meine Klänge an den Grenzen eines Mund-Nasen-Schutzes abprallen? Wie soll ich dich empfangen, ohne den Stress, mich von einem Besuch zum nächsten durch zu hangeln, damit ich am Ende der Feiertage auch ja mit allen, die mir lieb und teuer sind, deine Geburt gefeiert habe?

Ja – wie soll ich dich empfangen, liebes Christkind? Ich weiß es nicht. Aber wenn ich mich recht entsinne, bist du letztes Jahr auch zu mir gekommen. Trotz Corona. Und irgendwie hat mich das Fest deiner Geburt ganz neu und ganz anders berührt. Die Stille Nacht war wirklich eine stille Nacht und die Glocken waren wirklich süßer und engelsgleicher in dieser Weihnachtszeit. Sie haben mich hinaus gerufen auf die Straße, wo ich – nicht mit vielen – aber mit ein paar vereinzelten Menschen O du Fröhliche gesungen und dabei wahrlich gespürt habe: Christ ist erschienen; und sich die Freude der Christenheit in mir breit gemacht hat.

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind!

Ja, es kommt auch in diesem Jahr zu uns. Und seine Botschaft lautet nicht: Alles ist gut und süß und schön. Sondern Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein!

In diesem Sinne lässt sich Weihnachten feiern – auch in diesem Jahr – so wie in jedem Jahr – und alle Jahre wieder.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr!

Ihre Pfarrerin Katarina Prosenjak-Jenkins

Sie haben wahrscheinlich gemerkt, dass ich ein Medley aus verschiedenen Weihnachtsliedern in meinem Text eingebaut habe. Dieses Medley haben die Leiterin des Walsdorfer Gospelchors Sabine Siefert und ich für Sie eingesungen. Über diesen QR-Code können Sie es sich anhören:


[1] Diese Andacht ist für den Gemeindebrief entstanden. Sie ist ebenfalls geeignet für Andachten zu Hause oder weitere Gelegenheiten.